Dirigenten der Geschichte
Dirigenten am Spielfeldrand
Als Marco Amelow im Februar 2008 seinen Rücktritt erklärte ging die bisher längste zusammenhängende Trainerverpflichtung in der Geschichte des Bayreuther Basketballs zu Ende. Der ehemalige Jugendtrainer und Assistent von Bruce Enns übernahm im Februar 2003 nach dessen freiwilligem Rückzug die Verantwortung für die Zweitligamannschaft des BBC und war nahezu sechs Spielzeiten deren Chefcoach.Doch sein „Trainerschicksal“ ist kein Novum in der Historie. Mehrere seiner Vorgänger nahmen vorzeitig ihren Hut oder wurden (manchmal auch aus finanziellen Gründen) nicht weiter verpflichtet. Dem Trainer immer allein die Schuld an einer Misere zu geben, wäre sicherlich zu einfach, dennoch ist der Coach eine maßgebliche Figur in der Erfolgsstory einer Mannschaft. Wenn es im Team nicht läuft, Erfolge ausbleiben und eine sportliche Talfahrt droht, wird auch (und vor allem) der Trainer zur Disposition gestellt.
Garant des Erfolgs. Wie die Basketball-Geschichte zeigt, waren auch das Verhältnis innerhalb der Mannschaft, die Rolle einzelner Akteure oder sonstige Umstände ebenfalls wichtige Faktoren in der Beurteilung, ob ein Trainerwechsel Wirkung zeigte oder nicht.
Wenn die verpflichteten Spieler über längere Zeit nicht die entsprechende Qualität für die Liga mitzu-bringen scheinen, formschwach sind oder auf dem Parkett nicht das umzusetzen vermögen, was ihnen im Training spieltaktisch vermittelt wird, kann vermutlich auch ein alter Trainerfuchs bei anhaltender Krisensituation keine Wunder mehr bewirken. Andererseits können aber auch ein buntes Durchwechseln der Spieler mit willkürlich scheinenden Rotationen und mehr auf „Kollege Zufall“ aufgebaute Spielsysteme zur Verwirrung und Verunsicherung einer Mannschaft beitragen. Die Folge sind nachlassendes Selbstvertrauen, zunehmende Unsicherheit und Frust auf allen Seiten. Nach mehreren verlorenen Spielen, die schnell zu Niederlagenserien ausarten können, erscheint die Saison bereits gelaufen und der wirtschaftliche Schaden ist meist groß. Avisierte sportliche Ziele müssen in die Zukunft
verschoben werden und erscheinen plötzlich unerreichbar.
Bei der Auswahl des richtigen Kandidaten für den Trainerstuhl kommt es nicht nur auf Basketballsachverstand, Kompetenz, Erfahrung, Psychologie und Führungseigenschaften an, sondern auch darauf, wie ein Trainer sich in das Umfeld seiner neuen Wirkungsstätte zu integrieren versteht und wie er von seinen Spielern respektiert wird. Der Trainerjob ist ein nervenaufreibendes und hartes Geschäft. Die Männer an der Seitenlinie stehen meistens unter Strom und unter dem Zwang des „Gewinnenmüssens“, allein schon, um ihren Arbeitsplatz zu sichern. Bisher gab es in Bayreuth 22 Vertreter dieser Zunft, die sich der Verantwortung stellten und mit Höhen und Tiefen mehr oder weniger erfolgreich ihre Aufgabe meisterten. Wer sind diese Männer, die dem Bayreuther Basketball im positiven wie negativen Sinne „ihren Stempel aufdrückten“? Die nachfolgende Chronologie vermittelt einen Überblick über diese „Dirigenten am Spielfeldrand“ in der Geschichte des Bayreuther Bundesliga-Basketballs.
Die Anfänge
Das Bayreuther Basketballteam hatte sich seit seinem Bestehen ohne einen qualifizierten Trainer bis in die damalige Regionalliga Süd emporgearbeitet. Übungsstunden wurden von den
Spielern in eigener Regie gestaltet, das Coachen übernahm in der Regel Basketball- Abteilungsleiter Norbert Geißner, der dem älteren Publikum auch als Hallensprecher im
Sportzentrum und vielfacher Presseartikel-Autor bestens bekannt ist. Der erste professionelle Trainer in der Geschichte des Bayreuther Bundesliga Basketballs hieß
Peter Müller. Der ehemalige Bamberger Bundesligaspieler führte 1972 die Juniorenmannschaft der Domstädter auf Anhieb zur Süddeutschen Meisterschaft. Er
betreute auch die bayerische Jugendauswahl, in der ein gewisser Georg Kämpf mitwirkte. Peter Müller verstand Basketball als reinen Mannschaftssport mit möglichst 10 gleichwertigen
Spielern. Er versuchte alle Akteure gleichmäßig einzusetzen und förderte dadurch auch die jüngeren und schwächeren Spieler. Seit Hauptaugenmerk galt der Steigerung der
Kondition zur Umsetzung druckvollen Angriffsspiels und aggressiver Verteidigung. Er gehörte zur Garde relativ junger Trainer mit Bundesligaerfahrung, die nicht
nur coachen, sondern jederzeit auch noch hätten mitspielen können, dies aber in der Regel nicht anstrebten. Nur einmal war Peter Müller gezwungen, selbst ins Spielgeschehen einzugreifen. Im Dezember 1977 beim Spiel in Heidelberg musste er in der Mannschaft aushelfen, weil mehrere Spieler mit Foulhöchstzahl ausgeschieden waren.
nur coachen, sondern jederzeit auch noch hätten mitspielen können, dies aber in der Regel nicht anstrebten. Nur einmal war Peter Müller gezwungen, selbst ins Spielgeschehen einzugreifen. Im Dezember 1977 beim Spiel in Heidelberg musste er in der Mannschaft aushelfen, weil mehrere Spieler mit Foulhöchstzahl ausgeschieden waren.
In einem einzigen Spiel der Saison 1977/78 wurde Trainer Peter Müller durch Hans Kämpf vertreten, da der Headcoach zeitgleich die C-Jugendauswahl des Vereins betreuen musste.
„Hannes“, der älteste der Kämpf-Brüder, spielte selbst bis 1976/77 für Bayreuth in der Bundesliga und war maßgeblich am jahrelangen Aufwärtstrend des
Post SV beteiligt. Mit Peter Müller begann der unvergleichliche Höhenflug des Bayreuther Basketballs aus der Abstiegszone der drittklassigen Regionalliga in den Kreis der zehn besten
deutschen Mannschaften. Unter seiner Regie wurde der damalige Post SV Meister der 2. Liga und stieg erstmals 1976/77 in die 1. Basketball-Bundesliga auf. Dank seiner wertvollen Trainerarbeit
gelang es ihm und seiner Mannschaft im mehrjährigen Kampf gegen den Abstieg den Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse zu sichern. Nach fünf erfolgreichen Jahren beendete
Peter Müller seine Tätigkeit im Mai 1978.
Sein Nachfolger wurde Rudi Lorber, ebenfalls ein ehemaliger Bundesligaspieler des FC Bamberg, der zeitweise dort auch als Nachwuchstrainer und als Coach beim Regionalligisten TV
1860 Bamberg aktiv war. Rudi Lorber setzte die von Peter Müller begonnene Arbeit mit großem Engagement fort. Der Klassenerhalt konnte jedoch erst am letzten Spieltag mit einem knappen
Sieg gegen Bamberg sichergestellt werden. Trotz einer letztendlich glücklich verlaufenen Saison mit Licht und Schatten war die Zukunft des Basketballs in Bayreuth für längere Zeit
offen. Erst die Übertragung der Bundesligalizenz vom Mehrspartenverein Post SV auf den neu gegründeten USC Bayreuth sicherte die weitere Existenz einer Erstligamannschaft.
Möglicherweise waren diese zunächst nicht absehbaren Entwicklungen mit entscheidend, dass Rudi Lorber nach nur einem Jahr sein Engagement in Bayreuth beendete.
Erste Amerikaner an der Seitenlinie
Nach Gründung des USC Bayreuth als neuem Verein wurde auch ein neuer Trainer verpflichtet. Dieser kam erstmals aus der Basketball-Nation Nr. 1, den USA. Sein Name: Stephen
MacMahon. Der vorher beim Universitätsclub in Boston tätige Coach sollte mit seinen Kenntnisse und Erfahrungen aus den amerikanischen Profiligen dazu beitragen, Basketball in
Bayreuth professioneller zu gestalten und spielerisch weiter zu entwickeln, denn Klassenunterschiede zwischen dem amerikanischen und dem deutschen Basketball waren schon damals auffällig.
Mit einer katastrophalen Niederlagenserie aus 13 Spielen starteten die MacMahon- Schützlinge in die Saison 1979/80. Erst ein Aufbäumen des Teams um Kämpf, Harnett und Oliwa
verhinderte den drohenden Abstieg. Auch die erstmalige Teilnahme am Korac-Cup war nicht von Erfolg gekrönt: Nach zwei Niederlagen gegen das italienische Spitzenteam aus Siena war das
Europapokal-Abenteuer bereits in der zweiten Runde beendet.
Mit einer ausgeglichenen Bilanz von 12 Siegen und 12 Niederlagen erreichte MacMahon in der Saison 1980/81 das bis zu diesem Zeitpunkt beste Abschneiden einer Bayreuther Bundesliga-Mannschaft.
Zwar wurde das erstmalige Erreichen der Meisterschaftsrunde nur knapp verfehlt, aber die Mannschaft avancierte zum Gewinner der Abstiegsrunde und sicherte sich erneut den Verbleib in der
Bundesliga. MacMahon zählte zu den Trainerpersönlichkeiten, die sich weder auf der Bank noch auf dem Spielfeld schonten. Mit seinem Temperament, das in kritischen Spielsituationen schon
mal mit ihm durchgehen konnte, wurde er nur von einigen seiner späteren Nachfolger noch übertroffen. In den beiden Begegnungen des Korac-Cups gegen Athen und nach einer Verletzung seines
amerikanischen Landsmanns Buzz Harnett in der Bundesliga war Stephen MacMahon als Spielertrainer im Einsatz. Einmal erlitt er bereits nach fünf Spielminuten einen Nasenbeinbruch, spielte
jedoch weiter. Nach der Niederlage gegen Heidelberg, die er trotz seiner 36 Punkte nicht abwenden konnte, war er so wütend, dass er die Tür der Duschkabine zuschlug und sich das vordere
Glied des Mittelfingers seiner linken Hand abquetschte. Aus persönlichen Gründen beendete er seine Trainertätigkeit in Bayreuth nach zwei Spielzeiten. Die in Bayreuth erlittene
Verletzung wird ihn dauerhaft an diese Station seiner Trainerkarriere erinnern.Zu Beginn der Saison 1981/82 wurde von den Verantwortlichen des USC Bayreuth als neuer Headcoach ein alter Bekannter verpflichtet: Jonathan Chapman, der als US-Boy vier Jahre lang für den Post SV erfolgreich auf Korbjagd ging. Er sollte alten Tugenden aus den Trainerzeiten eines Peter Müller wieder zu neuem Glanz verhelfen: Kampfkraft und Kondition; Eigenschaften, die nach Meinung der Fachkreise unter MacMahon etwas zu kurz gekommen waren. Das Ziel Chapmans lautete: Mit gutem und schnellem Basketball endlich einmal die Meisterschaftsrunde erreichen! Einige seiner Spieler (z. B. Kämpf, Oliwa) kannte Chapman sehr gut, hatte er doch mit ihnen vor einigen Jahren noch zusammengespielt. Auch sein Assistenztrainer Karl-Heinz Graf war schon mit ihm auf dem Parkett. Neben einer mannschaftlichen Geschlossenheit sollten auch junge Talente ins Team integriert werden. Chapman wollte nur im Notfall als Spieler einspringen, was er im Dezember 1981 gegen Göttingen und Köln ausnahmsweise auch tun musste, nachdem Buzz Harnett sich verletzt hatte und nicht spielen konnte.
Nach etwa einem halben Jahr nahm die Unzufriedenheit über den Saisonverlauf zu. Chapman hatte bei seiner Spieltaktik nicht immer eine „glückliche Hand“, hinzu kamen seine Unerfahrenheit als Trainer und lauter werdende Kritik mancher Spieler am Trainingsprogramm und einigen Personalentscheidungen. Nach mehreren schwachen Spielen sahen die Vereinsverantwortlichen die sportlichen Ziele in Gefahr und zogen die Reißleine: Ende 1981 wurde Jon Chapman „gefeuert“. Obwohl offiziell ein nicht genehmigter Urlaub als Kündigungsgrund angegeben wurde, lag die Wahrheit vermutlich wohl eher in der Tatsache, dass es Chapman als Trainer nicht gelungen war, aus einem zusammen gewürfelten Haufen guter Einzelspieler eine homogene und erfolgreiche Mannschaft zu formen.
Spielertrainer – ein Auslaufmodell
Mit dem ehemaligen 64fachen polnischen Nationaltrainer Leopold Dejworek, welcher 1980/81 nach Deutschland kam und die deutsche Staatsbürgerschaft annahm, wurde die
Lücke auf der Trainerposition mit einem Anfang der Saison 1981/82 verpflichteten Spieler geschlossen. Der als Basketballtrainer ausgebildete Dejworek fungierte bis zum Ende der Serie als
klassischer Spielertrainer, der sich allerdings in kritischen Situationen zu oft selbst einwechselte, was nicht immer für den weiteren Spielverlauf und das Ergebnis von Vorteil war. Dennoch
erreichte die Mannschaft erstmals in der Bayreuther Basketballgeschichte die Meisterschaftsendrunde und beendete als fünftbestes Team die Saison 1981/82. Dejworek wollte auch in der
folgenden Spielzeit Spielertrainer bleiben, was aber vom USCPräsidium abgelehnt wurde. Da man auf die Spielstärke des Allrounders, der in der ersten polnischen Liga mehr als 400 Spiele
absolviert hatte, nicht verzichten wollte, entschied man sich für einen neuen Trainer. Dejworek konzentrierte sich auf seinen Job als Spieler, konnte aber unter seinem Trainernachfolger
nicht mehr an seine guten Leistungen anknüpfen und wurde nur noch selten eingesetzt. Ab Januar 1983 gehörte er nicht mehr dem Bundesliga-Kader an.
Tom Schneeman – ein Glücksgriff für Bayreuth
Mit Thomas „Tom“ Schneeman wurde 1982/83 erstmals ein mit bereits langjähriger Erfahrung als Haupt- und Assistenztrainer ausgestatteter Coach
verpflichtet. Der vorher an der Universität in Seattle tätige Schneeman forcierte im Vergleich zu seinen Vorgängern das wöchentliche Trainingspensum. Er war Perfektionist,
duldete nicht die geringste Disziplinlosigkeit und beurteilte seine Spieler und deren Einsatz nach der aktuellen Form und nicht nach früheren Verdiensten. Allerdings war Schneeman auch ein
emotionsgeladener und fast fanatischer Vertreter seiner Zunft. Am Spielfeldrand war er optisch und akustisch stets präsent und nicht nur die Mannschaft bekam sein „Machtwort“ zu
spüren. Lautstarkes Gestikulieren, ständige Diskussionen mit den Schiedsrichtern und unmissverständliche Meinungs-äußerungen über deren getroffene Entscheidungen
endeten nicht selten in einem technischen Foul gegen die Bank von Bayreuth. Zweimal in der Spielzeit 1982/83 wurde Tom Schneeman sogar fremder Hallen verwiesen.
Dennoch war der Saisonverlauf sehr erfreulich und das sportliche Ergebnis konnte sich sehen lassen. Die Mannschaft eilte von Sieg zu Sieg und belegte am Ende der Saison wieder einen beachtlichen
fünften Platz. Im Korac-Cup sorgte das Team mit dem Erreichen des Viertelfinales für eine der Überraschungen dieses internationalen Wettbewerbs. Unter Trainer Schneeman war der USC
Bayreuth zum Spitzenteam gereift.
Als der USC aufgrund des Europapokalabenteuers allerdings in finanzielle Schwierigkeiten geraten war und wichtige Leistungsträger den Verein verließen, kehrte auch Trainer Schneeman der Wagnerstadt den Rücken. Er schloss sich als Coach dem schottischen Meister Edinburgh an und wurde später zusätzlich zum Trainer der englischen Basketball- Nationalmannschaft berufen.
John Wojtak, der für die Saison 1983/84 verpflichtete amerikanische Trainer des neu gegründeten Olympia USC, musste nach dem Weggang so wichtiger Spieler wie Kämpf, Harnett und Boyle aus dem Rest des letztjährigen Bundesliga-Kaders und sechs Neuzugängen unterschiedlicher Herkunft und Spielauffassung eine völlig neue Mannschaft aufbauen und formen. Eine Schlüsselrolle in seinem Konzept sollte Nationalspieler Ingo Froese spielen. Wojtak, der vor seinem Engagement in Bayreuth auf sechs erfolgreiche Trainerjahre in Österreich zurückblicken konnte und früher auch einmal selbst aktiver Spieler war, nahm die Herausforderung an. Mit nur vier Siegen in 26 Spielen war jedoch der Abstieg in die 2. Bundesliga besiegelt, da konnte auch die große Neuentdeckung der Saison, ein gewisser Calvin Oldham, trotz seines hervorragenden Einsatzes nichts mehr daran ändern. Nach nur einjähriger Amtszeit verließ John Wojtak Bayreuth und wechselte zum bisherigenLigakonkurrenten BC Giants Osnabrück.
Als der USC aufgrund des Europapokalabenteuers allerdings in finanzielle Schwierigkeiten geraten war und wichtige Leistungsträger den Verein verließen, kehrte auch Trainer Schneeman der Wagnerstadt den Rücken. Er schloss sich als Coach dem schottischen Meister Edinburgh an und wurde später zusätzlich zum Trainer der englischen Basketball- Nationalmannschaft berufen.
John Wojtak, der für die Saison 1983/84 verpflichtete amerikanische Trainer des neu gegründeten Olympia USC, musste nach dem Weggang so wichtiger Spieler wie Kämpf, Harnett und Boyle aus dem Rest des letztjährigen Bundesliga-Kaders und sechs Neuzugängen unterschiedlicher Herkunft und Spielauffassung eine völlig neue Mannschaft aufbauen und formen. Eine Schlüsselrolle in seinem Konzept sollte Nationalspieler Ingo Froese spielen. Wojtak, der vor seinem Engagement in Bayreuth auf sechs erfolgreiche Trainerjahre in Österreich zurückblicken konnte und früher auch einmal selbst aktiver Spieler war, nahm die Herausforderung an. Mit nur vier Siegen in 26 Spielen war jedoch der Abstieg in die 2. Bundesliga besiegelt, da konnte auch die große Neuentdeckung der Saison, ein gewisser Calvin Oldham, trotz seines hervorragenden Einsatzes nichts mehr daran ändern. Nach nur einjähriger Amtszeit verließ John Wojtak Bayreuth und wechselte zum bisherigenLigakonkurrenten BC Giants Osnabrück.
Als Horst und Carl Steiner ab der Saison 1984/85 den finanziell angeschlagenen Bundesliga- Absteiger übernahmen und wichtige Spieler wie Kämpf und Boyle zurückholten, kehrte auch
Tom Schneeman und mit ihm der Erfolg nach Bayreuth zurück. Nach einer glänzenden Bilanz von 24 Siegen und nur zwei Auswärtsniederlagen konnte am Ende der Saison
der sofortige Wiederaufstieg der BG Steiner Optik in die 1. Bundesliga gefeiert werden. Im DBB-Pokal erreichte der Zweitligist dank einer glänzend eingestellten und motivierten Mannschaft
nach Siegen gegen mehrere Bundesligisten (darunter Leverkusen) erstmals das Finale, in dem man allerdings gegen Göttingen unterlag. Im Folgejahr gelang das Kunststück erneut und das
Team um Kämpf, Froese und Co. erreichte erneut das Pokalfinale, wo man diesmal gegen Leverkusen verlor. In der Meisterschaft erreichte man auf Anhieb die Play-offs und scheiterte erst im
Halbfinale gegen Köln. Im Spiel um Platz 3 gewann man beide Spiele gegen den DTV Charlottenburg und konnte damit die bis dahin beste Platzierung einer Bayreuther Basketball-
Bundesligamannschaft erringen.
Trotz der insgesamt sehr erfreulichen Entwicklung trennte man sich am Saisonende von Coach Schneeman, welcher maßgeblichen Anteil am erneuten Höhenflug der Bayreuther Korbjäger hatte und unter dessen Regie nie zuvor da gewesene Erfolge hatten gefeiert werden können. Doch sein impulsives und manchmal aufbrausendes Verhalten und die immer wiederkehrenden Reibereien mit den Schiedsrichtern, die in der Saison 1985/86 in drei Spielen Sperre für den Trainer gipfelten, hatten seine fachlich hoch qualifizierte Arbeit getrübt. Dennoch muss man heute konstatieren, dass Tom Schneeman nach „Meistermacher“ Habegger als der wohl erfolgreichste Trainer der Bayreuther Basketballgeschichte angesehen werden kann.
Der im Vergleich zu seinem Vorgänger eher ruhig und bescheiden auftretende Basketball-Lehrer wollte mit kontinuierlicher Trainingsarbeit die Kampfkraft, Spielfreude und Begeisterung in der Mannschaft steigern und die individuellen Eigenschaften seiner Spieler fördern. Mit hohem Leistungsvermögen der Mannschaft ausgestattet wollte man an die Erfolge der jüngeren Vergangenheit anknüpfen und in Meisterschaft, Pokal und Europapokal entsprechend mitmischen.
Nach viel versprechendem Auftakt in der Liga und sieben Siegen in Folge sorgten erste Niederlagen in Gießen und Leverkusen sowie das Pokal-Aus in Bamberg bereits in der zweiten Runde für einen herben Rückschlag. Nachdem die Mannschaft auch im Europapokal früher als erwartet ausschied und insgesamt nur eines von vier Spielen überhaupt gewonnen werden konnte, geriet der Trainer zunehmend in die Kritik. Es folgten Niederlagen gegen Berlin, Köln und in Hagen, wobei letztere am grünen Tisch entschieden wurde und nur aufgrund einer Verkettung unglücklicher Umstände zustande kam: Der Mannschaftsbus steckte aufgrund von Schnee- und Eisglätte auf der Autobahn fest und ein Autofahrer erbot sich, vier Spieler der ersten Fünf nach Hagen zu fahren. Unter abenteuerlichen Witterungsbedingungen kam das Rumpfteam ein paar Minuten zu spät und aufgrund des nicht rechtzeitigen Erscheinens wurde die Partie gegen Bayreuth gewertet.
Trainer Treloar versuchte mit Personalentscheidungen auf den negativen Verlauf der Saison zu reagieren. Er verbannte nach und nach Oliwa, Kämpf, Froese, Sowa und Adler zunächst auf die Bank, später auf die Tribüne und versuchte den Erfolg ausschließlich mit US-Boys und Deutsch-Amerikanern zu realisieren. Die langjährigen Spieler wurden zudem ohne Angabe von konkreten Gründen vom Training ausgeschlossen. Mit dem eigenmächtigen Verzicht auf die einheimischen Spieler und Publikumslieblinge zog sich der Trainer nicht nur den Zorn der Zuschauer zu, von denen manche auf großen Plakaten ihre Meinung kundtaten: „Treloar – go home!“ Seine Entscheidungen sorgten auch in der Mannschaft für Unruhe und Unzufriedenheit.
Das verbliebene Rumpfteam, welches außerdem noch vom Verletzungspech verfolgt wurde, erreichte zwar die Meisterschaftsendrunde, verpasste dort aber den Einzug ins Halbfinale und scheiterte auch beim Spiel um den fünften Platz. Fehlende Motivation in der Mannschaft, aber auch beim Trainer war offensichtlich. Exemplarisch für fehlendes Coaching waren der Verzicht Treloars auf Auswechselungen sowie Auszeiten beim letzten Heimspiel gegen Berlin.
Nach nur acht Monaten wurde der Zweijahresvertrag mit Treloar bereits vorzeitig gekündigt, die „verbannten“ Spieler aber blieben Bayreuth erhalten.
Neben diversen Auszeichnungen ist Habegger stolzer Träger eines mit einem Diamanten besetzten Meisterschaftsringes der NBA. Als Trainer, Manager, Vizepräsident und Sport-Professor hatte Les Habegger in den USA so ziemlich alles erreicht, so dass er neue Herausforderungen auf der anderen Seite des großen Teiches suchte.
Die Trainer-Ära Habegger sollte in die Geschichte der Sportstadt Bayreuth eingehen. Das Bayreuther Team war plötzlich nicht mehr nur „heimlicher Stolperstein“ für Favoriten, sondern vielmehr ein gleichwertiger Titelaspirant.
1987/88 ging ein lang gehegter Traum in Erfüllung und das Steiner-Team wurde in einem legendären Spiel in der Ludwigsburger Rundsporthalle gegen den BSC Saturn Köln erstmals Deutscher Pokalsieger. In der Meisterschaft scheiterte man im Halbfinale nach spannenden Spielen noch knapp an den „Riesen vom Rhein“.
In der darauf folgenden Saison holte man jedoch nach spannenden Partien gegen den Erzrivalen aus Leverkusen das Double aus Deutscher Meisterschaft und Pokal. Damit wurde Les Habegger zum Vater eines unbeschreiblichen sportlichen Höhenfluges, der in drei deutschen Titeln für den Bayreuther Basketball gipfelte. Für die Stadt Bayreuth und Steiner Bayreuth ist es bis heute der wohl größte Erfolg in der Sport- und Vereinsgeschichte. Habegger hatte einen schnellen, aggressiven und dynamischen Basketball amerikanischen Vorbilds in die deutsche Bundesliga importiert - mit Spielern, die seine spieltaktischen Anweisungen perfekt auf dem Parkett umzusetzen vermochten. Die Spielweise des Steiner-Teams mit Dukes, Koch, Oldham, Harnett & Co. sorgte Ende der 80er Jahre überall für Begeisterung, ein reges Zuschauerinteresse und ausverkaufte Hallen.
Auf europäischem Parkett stieß das Team allerdings an seine Grenzen. Im Europapokal der Landesmeister wurden die entscheidenden Spiele gegen die mit Weltklasse- und Nationalspielern gespickten Mannschaften aus Kaunas, Zagreb und Athen verloren. Aufgrund der FIBA-Ausländerregelungen mussten aber etatmäßige Leistungsträger wie Bo Dukes und Buzz Harnett in der Regel pausieren, was die Mannschaft deutlich schwächte.
In der Spielzeit 1989/90 fiel Chefcoach Les Habegger bis auf weiteres krankheitsbedingt aus. Ein eingeklemmter Nerv an der Wirbelsäule führte zu heftigen Rückenbeschwerden, die eine längere Zwangspause und sogar Operation befürchten ließen.
In den Spielen gegen Ulm, Ludwigsburg und Wolfenbüttel stand Assistenztrainer Karl-Heinz Graf als Stellvertreter an der Seitenlinie. Die Voraussetzungen für sein Debüt als Trainer waren alles andere als optimal, bestand doch aufgrund der plötzlichen Situation kaum Gelegenheit für den Interimscoach sich gezielt auf diese neue Aufgabe vorzubereiten. Doch alle Spiele wurden souverän gewonnen und der Assistent bestand seine Feuerprobe. Da er allerdings seine beruflichen Verpflichtungen nicht längerfristig mit dem Traineramt in Einklang bringen konnte, musste eine andere Lösung gefunden werden. E
in persönlicher Freund Habeggers, der Amerikaner Al Svenningson half in der Not aus und coachte insgesamt vier Spiele. Der seit 1959 aktive Basketball-Lehrer war acht Jahre lang an der Wayne University of Nebraska und von 1967 bis 1985 als Coach bei der University of Alaska im fernen Fairbanks tätig. Danach führten ihn Trainerstationen nach Schweden und Australien.
Neben dem Pokalspiel gegen Gießen wurden auch die Ligaspiele der Hauptrunde gegen Köln, Hagen und Gießen gewonnen.
Danach kam Trainer Habegger aus den USA zurück und betreute trotz gesundheitlicher Einschränkungen die Mannschaft in gewohnter Manier bis zum Rest der Saison.
In diesem dritten Jahr seines Engagements für Bayreuth sollte der nächste Coup gelandet werden. Obwohl die Saison zunächst aussichtsreich verlief, konnte man im entscheidenden Moment nicht mehr ganz an die vorausgegangenen Titelerfolge anknüpfen. Sowohl im Finale der Meisterschaft wie auch im Pokal-Halbfinale scheiterte man an Bayer 04 Leverkusen, einer Mannschaft, die man in der gesamten Saison nur einmal bezwingen konnte. Gegen alle anderen Teams der Liga hatte man kein einziges Spiel verloren.
Ein Highlight der Saison war sicherlich auch der Kampf um den Einzug in die zweite Runde des Europapokals gegen Den Helder. Trotz einer kämpferischen Glanzleistung konnte der Rückstand von 23 Punkten aus dem Hinspiel nicht wettgemacht werden. Man fegte die Holländer zwar mit 18 Punkten Vorsprung aus der Oberfrankenhalle, schied aber aus dem europäischen Wettbewerb aus.
Ende der Saison 1989/90 nahm der Erfolgscoach der Bayreuther Basketball-Geschichte leise Abschied von Bayreuth.
Arnold war wie sein Vorgänger Habegger ein Verfechter schnellen Basketballspiels aus einer guten Defensive heraus. Allerdings konnte die Mannschaft um die neuen US-Boys Curry und Bailey die in den zahlreichen und harten Trainingseinheiten erarbeitete Konzeption nicht auf dem Spielfeld umsetzen. Vor allem das Angriffspiel wurde meist zu statisch vorgetragen.
Nach knappem Fehlstart gegen Berlin, einer indiskutablen Heimpremiere gegen den SSV Ulm und einer erneuten Niederlage gegen Stuttgart stand bereits nach drei Spieltagen das Aus für den erst zu Saisonbeginn verpflichteten Trainer fest. Der Ruf nach Wunschtrainer Habegger, den Erfolgscoach der letzten Jahre, wurde laut. Der an einem College in Las Vegas tätige „Meistermacher“ konnte sich jedoch noch nicht zu einer Rückkehr entschließen.
Steiner Bayreuth drohte nach dem Höhenflug der vergangenen Jahre der Absturz in die Mittelmäßigkeit. Der Weggang der früheren Leistungsträger und die Verjüngung des Teams hinterließen ihre Spuren. Dem erfahrenen Trainer Arnold war es in so kurzer Zeit nicht gelungen, aus dem Rest der Meistermannschaft und neu verpflichteten Einzelspielern eine vergleichbar starke Mannschaft wie in den Vorjahren zu formen.
So kam zunächst Assistent Karl-Heinz Graf erneut als Interimstrainer zum Einsatz. Diesmal war es jedoch keine vorübergehende Vertretung wie im Vorjahr, als es galt, ein hervorragend funktionierendes Spielsystem für einige Zeit zu verwalten. Graf war gefordert, durchgreifende Änderungen in der Spielanlage vorzunehmen. Mit 5 Siegen, davon zwei im Europapokal, und nur einer Niederlage konnte der zum vorübergehenden Chefcoach avancierte Graf eine durchaus positive Bilanz aufweisen.
Da keine optimalen Aussichten auf eine Verpflichtung Habeggers bestanden, wurde für viele überraschend im Oktober 1990 Dan Palmer als neue Trainerverpflichtung präsentiert. Der noch beim Heimspiel gegen Ulm an der Seitenlinie des Gegners stehende Palmer hatte dort wegen Nichterfüllung vertraglicher Leistungen kurzfristig seinen Rücktritt erklärt. Der selbst mehr als zwei Meter große Coach hatte einen sehr guten Ruf als Center-Trainer und konnte bei seinen bisherigen Trainerstationen einige beachtliche Erfolge vorweisen. Unter anderem warf er 1986/87 die bis dahin ungeschlagenen Bayreuther mit dem FC Bamberg aus dem DBB-Pokal.
Dan Palmer wollte ein mit möglichst hohem Tempo vorgetragenes Mannschaftsspiel verwirklichen. Hierbei kam dem zurückgeholten Bo Dukes eine Schlüsselrolle zu. Mit einer Serie von 16 Siegen in 20 Spielen brachte Palmer das zu sinken drohende „Steiner-Schiff“ wieder auf Kurs und führte die Mannschaft auf den zweiten Tabellenplatz der Bundesliga Gruppe Süd. Dennoch reichten danach zwei empfindliche Niederlagen kurz hintereinander gegen Bamberg und in Leverkusen aus, sich vom bisherigen Coach zu trennen - eine hektische Reaktion der Vereinsverantwortlichen, wie viele Kritiker damals meinten.
Nach intensiven Verhandlungen hatte zwischenzeitlich Wunschkandidat Habegger einer Rückkehr nach Bayreuth zugestimmt. Er sollte die Mannschaft zu Beginn der Play-off Runde übernehmen und für neue Impulse sorgen. Mit einer längerfristigen Verpflichtung Habeggers sollten entscheidende Weichen für die sportliche Zukunft des Basketballs in Bayreuth gestellt werden. In den beiden noch verbliebenen Pflichtspielen bis zum Ende der Hauptrunde übernahm wie schon gewohnt Karl-Heinz Graf erfolgreich das Coaching.
Nach zwei Siegen gegen Brandt Hagen scheiterte die Mannschaft jedoch mit drei Niederlagen im Halbfinale gegen Bayer 04 Leverkusen. Die Verpflichtung von vier Trainern in nur einer Saison war ein Novum in der Bayreuther Basketballgeschichte.
Das bewährte und beliebte Duo Habegger/Graf wurde auch für die Saison 1991/92 verpflichtet und sollte den Bayreuther Basketball zu alter Stärke zurückführen. Aufgrund der nach wie vor anhaltenden gesundheitlichen Einschränkungen Habeggers war angedacht, den „Erfolgscoach“ nur bis Herbst und dann wieder „in der heißen Phase“ einzusetzen. In der Zwischenzeit sollte Karl-Heinz Graf eigenverantwortlich die Geschicke der Mannschaft lenken.
Aber es sollte alles ganz anders kommen: Eine Woche vor dem Punktspielstart flog Les Habegger wegen massiver Rückenschmerzen in die USA zurück und konnte nicht absehen, wann er wieder zur Verfügung stehen würde. Karl-Heinz Graf stellte sich trotz seiner immer währenden beruflichen Belastung darauf ein, das Team bis zum Ende der Saison alleinverantwortlich zu führen. Doch nach nur zwei Spieltagen präsentierten die Steiner-Verantwortlichen bereits die dritte Trainerverpflichtung der neuen Saison. Als Grund der wiederum schnellen Reaktion wurde angegeben, dass „man schließlich keine Hobbymannschaft trainiere“ und deshalb einen hauptamtlichen Trainer benötige. Der bitter enttäuschte Graf zog sich daraufhin aus seiner Trainerverantwortung zurück.
Dem neuen Trainer, Eric Dennis, stand nur eine kurze Eingewöhnungszeit zur Verfügung. Vorher als Scout beim NBA-Verein Minnesota Timbervolves tätig, setzte Dennis auf ein äußerst defensiv orientiertes taktisches Konzept. Problematisch war zu diesem Zeitpunkt allerdings der völlige Ausfall der mit Vladi Krstic besetzten zweiten Ausländerstelle, welcher zunächst lange Zeit aus formalen Gründen nicht spielberechtigt war und danach meistens auf der Bank „schmorte“. Die beiden gegen Langen und Gießen errungenen Siege wurden aufgrund des Einsatzes des jungen Kroaten nachträglich wieder aberkannt. Insgesamt blieb die Leistung des Teams unter ihren spielerischen Möglichkeiten. Nach Blamagen gegen die Gruppen-Schlusslichter Braunschweig und Langen wurde die Kritik gegenüber dem Trainer immer lauter. Auch eine Verstärkung durch den Ex-Leverkusener John Johnson brachte nicht den gewünschten Erfolg.
Die Ziele des Vereins waren nicht länger mit dem Abschneiden der Mannschaft zu vereinbaren, welche sich am 16. Spieltag mit 4:28 Punkten am Tabellenende der Südgruppe wieder fand. Obwohl nach den vielen Trainerwechseln der Vergangenheit wieder Kontinuität eintreten sollte, mussten die Steiner-Verantwortlichen erneut reagieren, nachdem der Deutsche Ex-Meister sich auf sportlicher Talfahrt befand und in akute Abstiegsgefahr geriet. Gut drei Monate nach seinem Amtsantritt wurde Eric Dennis mit sofortiger Wirkung entlassen.
Die anhaltende Erfolglosigkeit wurde überwiegend dem Trainer angelastet, der manchem vermeintlichen Leistungsträger nur ein Auswechselspielerdasein gestattete. Es machten allerdings auch Gerüchte die Runde, dass die Mannschaft mitunter auch gegen ihren Coach gespielt habe.
Nach der Trennung von Eric Dennis leitete Co-Trainer Ingo Froese, früher selbst einmal Bundesliga- und Nationalspieler, Training und Spielgeschehen der nächsten Spiele.
Obwohl man die „Handschrift“ des neuen Trainers bald spürte und eine lang anhaltende Niederlagenserie stoppen konnte, war der Abstieg aus dem Oberhaus jedoch nicht mehr zu verhindern. Nachdem die beiden entscheidenden Spiele gegen Braunschweig in der Abstiegsrunde verloren wurden, musste Steiner Bayreuth den Weg in die Zweite Liga antreten.
In der Saison 1992/93 wurde die wieder erstarkte Mannschaft mit nur 4 Niederlagen in 32 Spielen und „weißer Heimspielweste“ souveräner Meister der 2. Bundesliga Süd und schaffte auf Anhieb den sofortigen Wiederaufstieg in die oberste Spielklasse. Im Pokalwettbewerb erreichte man das erstmals in Bayreuth ausgetragene Final Four-Turnier, wo man im Halbfinale nach großem Kampf gegen Brandt Hagen unterlag.
1993/94 wurde der Neuaufbau mit jungen, damals unbekannten Spielern, wie z. B. Tim Nees, fortgesetzt. Das Team um den amerikanischen Spielmacher Derrick Taylor erreichte erstmals wieder die Play-off-Runde um die Deutsche Meisterschaft. Allerdings kam das Aus bereits im Viertelfinale, als man nach tollem Kampf nur knapp gegen Hagen ausschied. Im Pokal gab es bereits im Achtelfinale ein schmerzliches Debakel gegen Bamberg.
In einem Pflichtspiel gegen Trier musste der insgesamt zwei Jahre als Co-Trainer tätige Jeff Allen für Tom Schneeman einspringen, da dieser aus persönlichen Gründen in die USA reisen musste und verhindert war. Trotz des sportlichen Erfolgs und seiner fachlichen Kompetenz und Erfahrung, mit der Tom Schneeman den Bayreuther Basketball wieder zu Kontinuität geführt hatte, trennte Steiner Bayreuth sich am Ende der Saison von seinem Trainer. Ausschlaggebend für diesen Schritt waren diesmal nicht nur die schon bekannten Unstimmigkeiten mit den Schiedsrichtern und dem DBB, sondern vor allem verbale Entgleisungen gegenüber Vertretern des Sportamtes der Stadt Bayreuth.
McCarthy konnte schon beachtliche Referenzen vorweisen, obwohl er nur über wenige Jahre Erfahrung als Chefcoach verfügte. Sechs Jahre lang betreute er die belgische Mannschaft von Babcot Gent, mit welcher er sich fünfmal für den Korac-Cup qualifizieren konnte und die er 1992 zum Pokalsieg führte. Vorher leitete er bereits Basketball-Camps und Turniere an der University of Utah.
Obwohl der neue Trainer zu Saisonbeginn und in der heißen Phase der Play-offs vom „alten Fuchs“ Habegger unterstützt wurde, konnte die Mannschaft nicht an die Erfolgsbilanzen des Vorjahres anknüpfen. Eine nicht unwesentliche Rolle dabei spielte sicherlich auch das Verletzungspech von Führungsspieler Derrick Taylor.
McCarthy versuchte aus den gegebenen Möglichkeiten das Optimale herauszuholen, dennoch musste das Team nach anfänglich gutem Start ab Mitte der Saison viele Negativerlebnisse in knappen Spielen hinnehmen. Am Ende der Saison scheiterte man erneut im Viertelfinale der Play-Offs, diesmal gegen Alba Berlin. Und im Pokal verabschiedete man sich schon frühzeitig nach einer Heimpleite gegen Ludwigsburg. Aus sportlicher Sicht wurde Coach McCarthy zwar eine gute und solide Trainingsarbeit bescheinigt, allerdings wurden die Erwartungen an den Trainer wohl nicht in allen Punkten erfüllt. Am Ende der Saison trennte man sich nach nur einem Jahr Zusammenarbeit und begab sich wieder auf die Suche nach einem Trainer mit noch mehr Kompetenz und Erfahrung. Aaron McCarthy wechselte nach seiner Bayreuther Zeit zu Topo Helsinki.
Zu Beginn der Saison 1995/96 kehrte zur großen Überraschung der Fangemeinde Les Habegger auf den Trainerstuhl zurück. Die neue reizvolle Herausforderung, mit dem Konzept der „next generation“ noch einmal deutscher Meister zu werden, hatte den mittlerweile schon 71jährigen Meistermacher nach Bayreuth zurückgeführt. An seiner Seite wirkte als Co-Trainer Calvin Oldham, der gerade seine Karriere als Spieler beendet hatte. Zum Trainergespann zählte außerdem Karl-Heinz Graf, der in den Jahren zuvor bereits mehrfach als Assistenz- und Interimstrainer in Erscheinung getreten war und zwischenzeitlich die BG Weiden von der Oberliga in die 2. Bundesliga geführt hatte.
Große Zielsetzung der Saison war, durch eine rasche Einbürgerung Derrick Taylors auf der zweiten Ausländerposition einen weiteren starker Amerikaner verpflichten zu können und so die Mannschaft wesentlich zu verstärken. Man wollte gegen die Konkurrenz aus Leverkusen, Berlin und Bamberg bei der Vergabe des Titels wieder ein Wörtchen mitreden. Auch mit der Teilnahme am Korac-Cup hoffte man auf einen sportlichen und finanziellen Erfolg.
Doch die Einbürgerung des Spielmachers scheiterte zunächst und ein nicht wunschgemäßer sportlicher Saisonverlauf mit Niederlagen gegen die erwähnten Mitkonkurrenten führte bald zu einer ersten Ernüchterung. Schon nach der Blamage im Pokal-Achtelfinale gegen Trier drohte Habegger mit Rücktritt.
Da die Mannschaft den optimistischen Saisonerwartungen nicht gerecht werden konnte und deutliche Einnahmeverluste drohten, ging Steiner Bayreuth auf Sparkurs. Zunächst wurden zwei Spieler (Zeddie Locke und Jürgen Dölle) freigestellt, danach wurde auch schweren Herzens der Vertrag mit Chefcoach Habegger einvernehmlich gekündigt, welcher in die USA zurückkehrte.
Co-Trainer Calvin Oldham hatte sich vertraglich eine Option auf den Chefsessel zusichern lassen für den Fall, dass Habegger ausfallen würde. So übernahm er die verbliebene Mannschaft im Dezember 1995 und startete mit neuem Kampfgeist in den Rest der laufenden Saison.
Oldham führte das dezimierte Steiner-Team aus dem unteren Mittelfeld auf einen sagenhaften dritten Platz in der Endabrechnung. Mit 12 Siegen bei 15 Spielen in der Hauptrunde und dem legendären Schlagabtausch mit Brandt Hagen im Viertelfinale der Play-Offs wurde nach sieben spannenden Spielen das Halbfinale gegen Alba Berlin erreicht. Dort unterlag man allerdings den Norddeutschen nach vier Spielen, von denen nur eines gewonnen werden konnte.
Doch mit dem seit fünf Jahren besten Abschneiden einer Bayreuther Erstbundesliga-Mannschaft wurde Calvin Oldham bereits in seiner ersten Saison als Headcoach zum „Vater des Erfolgs“.
Ausgehend von einem von Les Habegger übernommenen Grundsystem hatte der oft auch aus dem Blickwinkel eines erfahrenen Spielers agierende Oldham zunehmend eigene Ideen im taktischen Bereich und der Spielvariation umgesetzt.
In der Saison 1996/97 verhinderte das Bosman-Urteil, dass Calvin seine eingespielte Truppe behalten konnte. Nach und nach wechselten wichtige Spieler ins europäische Ausland oder zu Ligakonkurrenten und konnten nicht adäquat ersetzt werden. Vor allem der schnelle Abschied von Derrick Taylor nach der lange erhofften und endlich erfolgten Einbürgerung als deutscher Spieler wirkte wie ein Schock.
Innerhalb nur weniger Monate sah sich Oldham gezwungen, neue Spieler zu integrieren und ein neues Team aufzubauen. Der Rest der verbliebenen Mannschaft und die eilends neu verpflichteten Spieler konnten jedoch das spielerische Niveau nicht halten und waren von einer Play-Off-Anwartschaft weit entfernt. Nach mehreren sportlichen Rückschlägen, darunter zehn Niederlagen in Folge in der Liga und dem Ausscheiden im Viertelfinale des DBB-Pokals gegen Bamberg, fand man sich im Tabellenkeller wieder. In der Qualifikationsrunde zur Basketball-Bundesliga konnte der Kampf um den Klassenerhalt jedoch erfolgreich gestaltet werden.
Unter dem neuen Namen „Basket Bayreuth“, einem neuen Präsidium und einem kleineren Kader startete man in die Spielzeit 1997/98. Wieder musste Coach Oldham neue Spieler mit individuellen Fähigkeiten und einem unterschiedlichen Spielverständnis zu einem Team formen. Doch das von vielen für unmöglich Gehaltene gelang: Mit einem Mini-Etat und einer „Mannschaft der Namenlosen“ schlug man sich nach schwacher Anlaufzeit doch recht beachtlich und konnte sich letztendlich souverän den Klassenerhalt sichern.
Headcoach Oldham erhielt von allen Seiten große Anerkennung und von Leverkusen einen gut dotierten Vertrag: Im Juni 1998 beendete er seine erfolgreiche Arbeit in Bayreuth und wechselte als Nachfolger von Dirk Bauermann zum Ligakonkurrenten.
Dem Bayreuther Basketball ebnete er zusammen mit seinen Brüdern den Weg ganz nach oben. 1987/88 gewann er mit der BG Steiner Optik Bayreuth den DBB-Pokal und holte damit den ersten deutschen Titel für eine Bayreuther Mannschaft.
Nach seiner Karriere als Spieler feierte er auch fortan als Trainer Erfolge. Stationen waren unter anderem Ludwigsburg, Tübingen und Landshut. Mit Tübingen schaffte er den Aufstieg in die oberste deutsche Spielklasse. Als Bundestrainer beim DDB angestellt, erreichte die von ihm betreute Junioren-Nationalmannschaft die Qualifikation zur Europameisterschaft in Frankreich. Außerdem war Kämpf Co-Trainer der Herren-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Athen.
Vor seinem Engagement für Basket Bayreuth stand das Urgestein des Bayreuther Basketballs mit seinem Verein Stahlbau Oberwart im Endspiel um die österreichische Meisterschaft und wurde Vizemeister des Landes.
Seine erste Saison in Bayreuth war geprägt von finanziellen Engpässen des Vereins und dem damit verbundenen sportlichen Niedergang. Von 30 Pflichtspielen in der Liga wurden nur 4 gewonnen. Im Pokal erreichte man zumindest noch das Viertelfinale. 1999 musste Basket Bayreuth jedoch Konkurs anmelden und Kämpf und seine Mannen standen fast vor der Aufgabe.
Dem Abstieg in die Zweite Liga folgte 1999/2000 ein freiwilliger Neuanfang in der Regionalliga. Kämpf blieb und führte eine aus jungen, talentierten Spielern völlig neu zusammengestellte Mannschaft zum direkten Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga.
Das Konzept des neu gegründeten BBC Bayreuth war auf Kontinuität ausgerichtet, was sich auch in einer langfristigen Verpflichtung des Trainers widerspiegelte. Die verstärkte Nachwuchsförderung und eine erfolgreiche und attraktive Spielweise begannen langsam Früchte zu tragen. 2000/01 schon im sicheren Mittelfeld etabliert, wurde das Team um Zimmermann, Lake, Hänel und Schäfer in der Saison 2001/02 Vizemeister der 2. Bundesliga Süd.
Nach drei Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit wurde der insgesamt auf fünf Jahre angelegte Vertrag mit Georg Kämpf vorzeitig einvernehmlich gekündigt. Der Coach selber hatte wohl das Gefühl der Abnutzung und wollte einem „unverbrauchten“ Nachfolger Platzmachen, um noch mehr Potential aus der Mannschaft herausholen zu können. Die Entscheidung wurde uneigennützig im Sinne der Weiterentwicklung des Bayreuther Basketballs getroffen, der Abschied von „seiner Mannschaft“ dürfte dem Bayreuther Urgewächs dennoch nicht leicht gefallen sein.
Nach zunächst hoffnungsvoll verlaufender Saison warf Bruce Enns nach einigen schmerzlichen Niederlagen im Februar 2003 das Handtuch und bot seinen Rücktritt an. Sein bisheriger Assistent Marco Amelow übernahm die Leitung des Trainings und betreute das Team in den restlichen 13 Spielen der Liga sowie beim reizvollen Vergleich im Achtelfinale des DBB-Pokals vor heimischer Kulisse gegen das Bundesligateam von Rhein-Energy Köln. Diese Begegnung bedeutete zwar das Aus in diesem Wettbewerb, in der Liga belegte die Mannschaft in der Endabrechnung aber immerhin noch Platz 5.
In der Spielzeit 2003/04 musste der BBC „kleinere Brötchen backen“ und versuchte in einer Kooperation mit Bamberg auf Doppellizenzspieler zurückzugreifen. Der Newcomer auf dem Trainerstuhl, der seit 1999 im Bereich der Nachwuchsarbeit in Bayreuth tätig war, setzte auf Teamgeist, eine aggressive Verteidigung, Kampfstärke und eine homogene, seit längerem zusammen spielende Mannschaft um die Akteure Zimmermann, Hänel, Schoch und Kneuse.
Jedoch standen dem Coach im Training nie alle Spieler (vor allem nicht jene des Kooperationspartners) zur Verfügung und die fehlende mannschaftliche Geschlossenheit machte sich auch auf dem Parkett bemerkbar. Mit 12 Siegen und 18 Niederlagen, davon sieben vor heimischem Publikum, wurde die Zweitligasaison lediglich mit einem enttäuschenden 9. Platz beendet. Im Pokal war man ohnehin schon in der 2. Runde gegen Freiburg ausgeschieden.
Mit einigen Verstärkungen, darunter zwei neuen Amerikanern, startete man 2004/05 ohne Team-Kooperationen neu durch. Mit 22 Siegen und nur 8 Niederlagen erreichte der neu erstarkte BBC einen hoch verdienten 3. Platz. Lediglich gegen Nürnberg konnte keine der Partien in Liga und Pokal gewonnen werden.
Mit einer Fehlbesetzung im Aufbau begann die Spielzeit 2005/06. Einige vermeidbare Niederlagen trübten den Saisonverlauf und warfen die Mannschaft in ihrer Entwicklung zurück. Ohne Chance blieb man gegen die Spitzenteams aus Jena, Chemnitz und Ulm. Mit 17 Siegen und 13 Niederlagen belegte man in der Endabrechnung einen 6. Tabellenplatz.
In der Saison 2006/07 verstärkte man sich mit zwei neuen US-Boys und sorgte in der Liga mit einer starken Truppe für Furore. Mit 22 Siegen und nur 8 Niederlagen qualifizierte sich das BBC-Team auf Anhieb für die neu geschaffene Pro A-Liga. Man klopfte bereits an das Tor zur Bundesliga an, doch vor allem die Niederlagen zum Saisonendspurt gegen Jena und Kaiserslautern zeigten, dass die Zeit für einen Aufstieg ins Oberhaus noch nicht reif war.
Nach weiteren Verstärkungen zu Beginn der Spielzeit 2007/08 wurde man in Fachkreisen bereits als Mitfavorit auf einen der beiden Aufstiegsplätze gehandelt. Verletzungssorgen im Centerbereich zwangen den Trainer zu immer neuen Experimenten. Nach 21 Spieltagen hatte das enttäuschend aufspielende Team erst acht Siege auf seinem Konto verbuchen können und war bedrohlich nahe an die Abstiegsränge herangekommen. Nach der Niederlage gegen Spitzenreiter Cuxhaven erklärte Marco Amelow seinen Rücktritt.
Der oft in seinen Entscheidungen kritisierte Coach hatte sich in nahezu sechs Spielzeiten immerwährend bemüht, im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten eine konkurrenzfähige und schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen. Verletzungspech, Fehleinkäufe und ein zeitweise herrschender Budget- und Einstellungsstop führten in den Saisonplanungen immer wieder zu Rückschlägen. Marco Amelow verfügte nicht über hochklassige Erfahrung als Spieler oder Trainer wie viele seiner Vorgänger, dennoch hat er sich in der langen Zeit seines Engagements unermüdlich für eine Förderung des Spitzenbasketballs in Bayreuth eingesetzt.
Als sein Nachfolger wurde im Februar 2008 der langjährige Leistungs- und Sympathieträger von Bayreuth, Derrick Taylor, als mittlerweile 23. Trainer der Bayreuther Bundesliga-Geschichte verpflichtet. Er hauchte der Mannschaft neuen Schwung ein und gewann so sechs der restlichen neun Spiele. Der BBC beendete die Saison im gesicherten Mittelfeld mit 28:32 Punkten auf Tabellenplatz 8.
Der frühere Assistent unter dem Bamberger Cheftrainer Dirk Bauermann und zwischenzeitliche Coach des TSV Breitengüßbach bleibt auch in der neuen Saison 2008/09 Headcoach des BBC Bayreuth und wird zusammen mit seinem Assistenten Tim Nees und einer völlig neu zusammengestellten Mannschaft das „Abenteuer Bundesliga“ in Angriff nehmen.
Geschichte wiederholt sich von Zeit zu Zeit. Erinnern wir uns: Mit einem ehemaligen Bamberger Spieler, der ein Jugendteam zur Meisterschaft führte, gelang 1976/77 der Aufstieg in die 1. Bundesliga. Ein unvergleichlicher Höhenflug des Bayreuther Basketballs begann, welcher im Double 1988/89 gipfelte.
Auch Derrick Taylor spielte für den oberfränkischen Nachbarn und wurde sogar noch als „Oldie“ mit Bamberg Deutscher Meister. Auch als Trainer der U14-Jugendmannschaft sorgte er bereits für Furore und konnte erste Erfolge vorweisen.
Die Voraussetzungen sind also gegeben für eine spannende und erfolgreiche neue Saison und eine hoffnungsvolle Zukunft des Bayreuther Basketballs. BBC Bayreuth – Let’s go!
Text: Dr. Peter-Michael Habermann
Trotz der insgesamt sehr erfreulichen Entwicklung trennte man sich am Saisonende von Coach Schneeman, welcher maßgeblichen Anteil am erneuten Höhenflug der Bayreuther Korbjäger hatte und unter dessen Regie nie zuvor da gewesene Erfolge hatten gefeiert werden können. Doch sein impulsives und manchmal aufbrausendes Verhalten und die immer wiederkehrenden Reibereien mit den Schiedsrichtern, die in der Saison 1985/86 in drei Spielen Sperre für den Trainer gipfelten, hatten seine fachlich hoch qualifizierte Arbeit getrübt. Dennoch muss man heute konstatieren, dass Tom Schneeman nach „Meistermacher“ Habegger als der wohl erfolgreichste Trainer der Bayreuther Basketballgeschichte angesehen werden kann.
Verzicht auf Publikumslieblinge – „Treloar go home!“
1986/87 wurde mit John Treloar ein erfahrener und mit großem Fachwissen ausgestatteter Trainer, der bereits bei europäischen Clubs gearbeitet hatte, verpflichtet. Der aus Jackson (Mississippi) stammende Treloar war Assistenzcoach an einer der besten Basketball-Universitäten in den USA, der University of Alabama. In Deutschland machte er sich einen Namen, als er nach drei Jahren beim OSC Bremerhaven diesen Club in die 1. Bundesliga führte. Daneben war er auch im Jugendbereich für den Deutschen Basketball-Bund tätig. In Bayreuth sollte er neben dem Training des Bundesliga-Kaders auch für die notwendige Fortbildung der Vereinstrainer und eine Förderung des Nachwuchses sorgen.Der im Vergleich zu seinem Vorgänger eher ruhig und bescheiden auftretende Basketball-Lehrer wollte mit kontinuierlicher Trainingsarbeit die Kampfkraft, Spielfreude und Begeisterung in der Mannschaft steigern und die individuellen Eigenschaften seiner Spieler fördern. Mit hohem Leistungsvermögen der Mannschaft ausgestattet wollte man an die Erfolge der jüngeren Vergangenheit anknüpfen und in Meisterschaft, Pokal und Europapokal entsprechend mitmischen.
Nach viel versprechendem Auftakt in der Liga und sieben Siegen in Folge sorgten erste Niederlagen in Gießen und Leverkusen sowie das Pokal-Aus in Bamberg bereits in der zweiten Runde für einen herben Rückschlag. Nachdem die Mannschaft auch im Europapokal früher als erwartet ausschied und insgesamt nur eines von vier Spielen überhaupt gewonnen werden konnte, geriet der Trainer zunehmend in die Kritik. Es folgten Niederlagen gegen Berlin, Köln und in Hagen, wobei letztere am grünen Tisch entschieden wurde und nur aufgrund einer Verkettung unglücklicher Umstände zustande kam: Der Mannschaftsbus steckte aufgrund von Schnee- und Eisglätte auf der Autobahn fest und ein Autofahrer erbot sich, vier Spieler der ersten Fünf nach Hagen zu fahren. Unter abenteuerlichen Witterungsbedingungen kam das Rumpfteam ein paar Minuten zu spät und aufgrund des nicht rechtzeitigen Erscheinens wurde die Partie gegen Bayreuth gewertet.
Trainer Treloar versuchte mit Personalentscheidungen auf den negativen Verlauf der Saison zu reagieren. Er verbannte nach und nach Oliwa, Kämpf, Froese, Sowa und Adler zunächst auf die Bank, später auf die Tribüne und versuchte den Erfolg ausschließlich mit US-Boys und Deutsch-Amerikanern zu realisieren. Die langjährigen Spieler wurden zudem ohne Angabe von konkreten Gründen vom Training ausgeschlossen. Mit dem eigenmächtigen Verzicht auf die einheimischen Spieler und Publikumslieblinge zog sich der Trainer nicht nur den Zorn der Zuschauer zu, von denen manche auf großen Plakaten ihre Meinung kundtaten: „Treloar – go home!“ Seine Entscheidungen sorgten auch in der Mannschaft für Unruhe und Unzufriedenheit.
Das verbliebene Rumpfteam, welches außerdem noch vom Verletzungspech verfolgt wurde, erreichte zwar die Meisterschaftsendrunde, verpasste dort aber den Einzug ins Halbfinale und scheiterte auch beim Spiel um den fünften Platz. Fehlende Motivation in der Mannschaft, aber auch beim Trainer war offensichtlich. Exemplarisch für fehlendes Coaching waren der Verzicht Treloars auf Auswechselungen sowie Auszeiten beim letzten Heimspiel gegen Berlin.
Nach nur acht Monaten wurde der Zweijahresvertrag mit Treloar bereits vorzeitig gekündigt, die „verbannten“ Spieler aber blieben Bayreuth erhalten.
Les Habegger - Der Meistermacher
Zu Beginn der Saison 1987/88 wurde mit Lester N. Habegger, einem Trainer aus der USamerikanischen Profiliga NBA, ein „ganz dicker Fisch“ an Land gezogen. Der im Bundesstaat Indiana als Sohn Schweizer Auswanderer geborene neue Coach verfügte zu Beginn seiner Zeit in Bayreuth bereits über eine mehr als 30jährige Erfahrung als Basketballtrainer. Unter anderem war er 17 Jahre lang Cheftrainer der Seattle Pacific University. Danach schloss er sich dem Profiteam der Seattle Supersonics an, bei denen er fünf Jahre als Assistenztrainer arbeitete. Dabei konnte er mit seinem Team zweimal hintereinander die US-Meisterschaft erringen. Zuletzt führte er die Mannschaft der Milwaukee Bucks in die Play Offs.Neben diversen Auszeichnungen ist Habegger stolzer Träger eines mit einem Diamanten besetzten Meisterschaftsringes der NBA. Als Trainer, Manager, Vizepräsident und Sport-Professor hatte Les Habegger in den USA so ziemlich alles erreicht, so dass er neue Herausforderungen auf der anderen Seite des großen Teiches suchte.
Die Trainer-Ära Habegger sollte in die Geschichte der Sportstadt Bayreuth eingehen. Das Bayreuther Team war plötzlich nicht mehr nur „heimlicher Stolperstein“ für Favoriten, sondern vielmehr ein gleichwertiger Titelaspirant.
1987/88 ging ein lang gehegter Traum in Erfüllung und das Steiner-Team wurde in einem legendären Spiel in der Ludwigsburger Rundsporthalle gegen den BSC Saturn Köln erstmals Deutscher Pokalsieger. In der Meisterschaft scheiterte man im Halbfinale nach spannenden Spielen noch knapp an den „Riesen vom Rhein“.
In der darauf folgenden Saison holte man jedoch nach spannenden Partien gegen den Erzrivalen aus Leverkusen das Double aus Deutscher Meisterschaft und Pokal. Damit wurde Les Habegger zum Vater eines unbeschreiblichen sportlichen Höhenfluges, der in drei deutschen Titeln für den Bayreuther Basketball gipfelte. Für die Stadt Bayreuth und Steiner Bayreuth ist es bis heute der wohl größte Erfolg in der Sport- und Vereinsgeschichte. Habegger hatte einen schnellen, aggressiven und dynamischen Basketball amerikanischen Vorbilds in die deutsche Bundesliga importiert - mit Spielern, die seine spieltaktischen Anweisungen perfekt auf dem Parkett umzusetzen vermochten. Die Spielweise des Steiner-Teams mit Dukes, Koch, Oldham, Harnett & Co. sorgte Ende der 80er Jahre überall für Begeisterung, ein reges Zuschauerinteresse und ausverkaufte Hallen.
Auf europäischem Parkett stieß das Team allerdings an seine Grenzen. Im Europapokal der Landesmeister wurden die entscheidenden Spiele gegen die mit Weltklasse- und Nationalspielern gespickten Mannschaften aus Kaunas, Zagreb und Athen verloren. Aufgrund der FIBA-Ausländerregelungen mussten aber etatmäßige Leistungsträger wie Bo Dukes und Buzz Harnett in der Regel pausieren, was die Mannschaft deutlich schwächte.
In der Spielzeit 1989/90 fiel Chefcoach Les Habegger bis auf weiteres krankheitsbedingt aus. Ein eingeklemmter Nerv an der Wirbelsäule führte zu heftigen Rückenbeschwerden, die eine längere Zwangspause und sogar Operation befürchten ließen.
In den Spielen gegen Ulm, Ludwigsburg und Wolfenbüttel stand Assistenztrainer Karl-Heinz Graf als Stellvertreter an der Seitenlinie. Die Voraussetzungen für sein Debüt als Trainer waren alles andere als optimal, bestand doch aufgrund der plötzlichen Situation kaum Gelegenheit für den Interimscoach sich gezielt auf diese neue Aufgabe vorzubereiten. Doch alle Spiele wurden souverän gewonnen und der Assistent bestand seine Feuerprobe. Da er allerdings seine beruflichen Verpflichtungen nicht längerfristig mit dem Traineramt in Einklang bringen konnte, musste eine andere Lösung gefunden werden. E
in persönlicher Freund Habeggers, der Amerikaner Al Svenningson half in der Not aus und coachte insgesamt vier Spiele. Der seit 1959 aktive Basketball-Lehrer war acht Jahre lang an der Wayne University of Nebraska und von 1967 bis 1985 als Coach bei der University of Alaska im fernen Fairbanks tätig. Danach führten ihn Trainerstationen nach Schweden und Australien.
Neben dem Pokalspiel gegen Gießen wurden auch die Ligaspiele der Hauptrunde gegen Köln, Hagen und Gießen gewonnen.
Danach kam Trainer Habegger aus den USA zurück und betreute trotz gesundheitlicher Einschränkungen die Mannschaft in gewohnter Manier bis zum Rest der Saison.
In diesem dritten Jahr seines Engagements für Bayreuth sollte der nächste Coup gelandet werden. Obwohl die Saison zunächst aussichtsreich verlief, konnte man im entscheidenden Moment nicht mehr ganz an die vorausgegangenen Titelerfolge anknüpfen. Sowohl im Finale der Meisterschaft wie auch im Pokal-Halbfinale scheiterte man an Bayer 04 Leverkusen, einer Mannschaft, die man in der gesamten Saison nur einmal bezwingen konnte. Gegen alle anderen Teams der Liga hatte man kein einziges Spiel verloren.
Ein Highlight der Saison war sicherlich auch der Kampf um den Einzug in die zweite Runde des Europapokals gegen Den Helder. Trotz einer kämpferischen Glanzleistung konnte der Rückstand von 23 Punkten aus dem Hinspiel nicht wettgemacht werden. Man fegte die Holländer zwar mit 18 Punkten Vorsprung aus der Oberfrankenhalle, schied aber aus dem europäischen Wettbewerb aus.
Ende der Saison 1989/90 nahm der Erfolgscoach der Bayreuther Basketball-Geschichte leise Abschied von Bayreuth.
Trainerwechsel am laufenden Band
Mit großen Erwartungen kam Murray Arnold, ein erfahrener Trainer aus der NBA, als Habegger-Nachfolger 1990/91 nach Bayreuth. Der neue Headcoach von Steiner Bayreuth betreute vorher mehr als 34 Jahre lang vorwiegend Universitätsmannschaften, war aber auch schon als Assistent bei den Chicago Bulls (mit Weltstar Michael Jordan) tätig. Mitte der 80er Jahre wurde er zudem in das Komitee berufen, welches für die Zusammenstellung des US-Boys für die Olympischen Spiele in Los Angeles verantwortlich war.Arnold war wie sein Vorgänger Habegger ein Verfechter schnellen Basketballspiels aus einer guten Defensive heraus. Allerdings konnte die Mannschaft um die neuen US-Boys Curry und Bailey die in den zahlreichen und harten Trainingseinheiten erarbeitete Konzeption nicht auf dem Spielfeld umsetzen. Vor allem das Angriffspiel wurde meist zu statisch vorgetragen.
Nach knappem Fehlstart gegen Berlin, einer indiskutablen Heimpremiere gegen den SSV Ulm und einer erneuten Niederlage gegen Stuttgart stand bereits nach drei Spieltagen das Aus für den erst zu Saisonbeginn verpflichteten Trainer fest. Der Ruf nach Wunschtrainer Habegger, den Erfolgscoach der letzten Jahre, wurde laut. Der an einem College in Las Vegas tätige „Meistermacher“ konnte sich jedoch noch nicht zu einer Rückkehr entschließen.
Steiner Bayreuth drohte nach dem Höhenflug der vergangenen Jahre der Absturz in die Mittelmäßigkeit. Der Weggang der früheren Leistungsträger und die Verjüngung des Teams hinterließen ihre Spuren. Dem erfahrenen Trainer Arnold war es in so kurzer Zeit nicht gelungen, aus dem Rest der Meistermannschaft und neu verpflichteten Einzelspielern eine vergleichbar starke Mannschaft wie in den Vorjahren zu formen.
So kam zunächst Assistent Karl-Heinz Graf erneut als Interimstrainer zum Einsatz. Diesmal war es jedoch keine vorübergehende Vertretung wie im Vorjahr, als es galt, ein hervorragend funktionierendes Spielsystem für einige Zeit zu verwalten. Graf war gefordert, durchgreifende Änderungen in der Spielanlage vorzunehmen. Mit 5 Siegen, davon zwei im Europapokal, und nur einer Niederlage konnte der zum vorübergehenden Chefcoach avancierte Graf eine durchaus positive Bilanz aufweisen.
Da keine optimalen Aussichten auf eine Verpflichtung Habeggers bestanden, wurde für viele überraschend im Oktober 1990 Dan Palmer als neue Trainerverpflichtung präsentiert. Der noch beim Heimspiel gegen Ulm an der Seitenlinie des Gegners stehende Palmer hatte dort wegen Nichterfüllung vertraglicher Leistungen kurzfristig seinen Rücktritt erklärt. Der selbst mehr als zwei Meter große Coach hatte einen sehr guten Ruf als Center-Trainer und konnte bei seinen bisherigen Trainerstationen einige beachtliche Erfolge vorweisen. Unter anderem warf er 1986/87 die bis dahin ungeschlagenen Bayreuther mit dem FC Bamberg aus dem DBB-Pokal.
Dan Palmer wollte ein mit möglichst hohem Tempo vorgetragenes Mannschaftsspiel verwirklichen. Hierbei kam dem zurückgeholten Bo Dukes eine Schlüsselrolle zu. Mit einer Serie von 16 Siegen in 20 Spielen brachte Palmer das zu sinken drohende „Steiner-Schiff“ wieder auf Kurs und führte die Mannschaft auf den zweiten Tabellenplatz der Bundesliga Gruppe Süd. Dennoch reichten danach zwei empfindliche Niederlagen kurz hintereinander gegen Bamberg und in Leverkusen aus, sich vom bisherigen Coach zu trennen - eine hektische Reaktion der Vereinsverantwortlichen, wie viele Kritiker damals meinten.
Nach intensiven Verhandlungen hatte zwischenzeitlich Wunschkandidat Habegger einer Rückkehr nach Bayreuth zugestimmt. Er sollte die Mannschaft zu Beginn der Play-off Runde übernehmen und für neue Impulse sorgen. Mit einer längerfristigen Verpflichtung Habeggers sollten entscheidende Weichen für die sportliche Zukunft des Basketballs in Bayreuth gestellt werden. In den beiden noch verbliebenen Pflichtspielen bis zum Ende der Hauptrunde übernahm wie schon gewohnt Karl-Heinz Graf erfolgreich das Coaching.
Nach zwei Siegen gegen Brandt Hagen scheiterte die Mannschaft jedoch mit drei Niederlagen im Halbfinale gegen Bayer 04 Leverkusen. Die Verpflichtung von vier Trainern in nur einer Saison war ein Novum in der Bayreuther Basketballgeschichte.
Das bewährte und beliebte Duo Habegger/Graf wurde auch für die Saison 1991/92 verpflichtet und sollte den Bayreuther Basketball zu alter Stärke zurückführen. Aufgrund der nach wie vor anhaltenden gesundheitlichen Einschränkungen Habeggers war angedacht, den „Erfolgscoach“ nur bis Herbst und dann wieder „in der heißen Phase“ einzusetzen. In der Zwischenzeit sollte Karl-Heinz Graf eigenverantwortlich die Geschicke der Mannschaft lenken.
Aber es sollte alles ganz anders kommen: Eine Woche vor dem Punktspielstart flog Les Habegger wegen massiver Rückenschmerzen in die USA zurück und konnte nicht absehen, wann er wieder zur Verfügung stehen würde. Karl-Heinz Graf stellte sich trotz seiner immer währenden beruflichen Belastung darauf ein, das Team bis zum Ende der Saison alleinverantwortlich zu führen. Doch nach nur zwei Spieltagen präsentierten die Steiner-Verantwortlichen bereits die dritte Trainerverpflichtung der neuen Saison. Als Grund der wiederum schnellen Reaktion wurde angegeben, dass „man schließlich keine Hobbymannschaft trainiere“ und deshalb einen hauptamtlichen Trainer benötige. Der bitter enttäuschte Graf zog sich daraufhin aus seiner Trainerverantwortung zurück.
Dem neuen Trainer, Eric Dennis, stand nur eine kurze Eingewöhnungszeit zur Verfügung. Vorher als Scout beim NBA-Verein Minnesota Timbervolves tätig, setzte Dennis auf ein äußerst defensiv orientiertes taktisches Konzept. Problematisch war zu diesem Zeitpunkt allerdings der völlige Ausfall der mit Vladi Krstic besetzten zweiten Ausländerstelle, welcher zunächst lange Zeit aus formalen Gründen nicht spielberechtigt war und danach meistens auf der Bank „schmorte“. Die beiden gegen Langen und Gießen errungenen Siege wurden aufgrund des Einsatzes des jungen Kroaten nachträglich wieder aberkannt. Insgesamt blieb die Leistung des Teams unter ihren spielerischen Möglichkeiten. Nach Blamagen gegen die Gruppen-Schlusslichter Braunschweig und Langen wurde die Kritik gegenüber dem Trainer immer lauter. Auch eine Verstärkung durch den Ex-Leverkusener John Johnson brachte nicht den gewünschten Erfolg.
Die Ziele des Vereins waren nicht länger mit dem Abschneiden der Mannschaft zu vereinbaren, welche sich am 16. Spieltag mit 4:28 Punkten am Tabellenende der Südgruppe wieder fand. Obwohl nach den vielen Trainerwechseln der Vergangenheit wieder Kontinuität eintreten sollte, mussten die Steiner-Verantwortlichen erneut reagieren, nachdem der Deutsche Ex-Meister sich auf sportlicher Talfahrt befand und in akute Abstiegsgefahr geriet. Gut drei Monate nach seinem Amtsantritt wurde Eric Dennis mit sofortiger Wirkung entlassen.
Die anhaltende Erfolglosigkeit wurde überwiegend dem Trainer angelastet, der manchem vermeintlichen Leistungsträger nur ein Auswechselspielerdasein gestattete. Es machten allerdings auch Gerüchte die Runde, dass die Mannschaft mitunter auch gegen ihren Coach gespielt habe.
Nach der Trennung von Eric Dennis leitete Co-Trainer Ingo Froese, früher selbst einmal Bundesliga- und Nationalspieler, Training und Spielgeschehen der nächsten Spiele.
Ein alter Bekannter kehrt zurück
Im Januar 1992 kehrte der in kritischen Phasen, vor allem Aufstiegs- oder Abstiegskämpfen, außerordentlich erfahrene und erfolgreiche Tom Schneeman als Hoffnungsträger an den Roten Main zurück. Der zum dritten Male in der Bayreuther Vereinsgeschichte engagierte Coach war zwischenzeitlich eine Saison als Scout der Seattle Supersonics in der NBA tätig gewesen, arbeitete dann drei Jahre lang als Cheftrainer bei verschiedenen Clubs in der CBA und war zuletzt im Auftrag der US-Regierung „Basketball-Entwicklungshelfer“ in Trinidad und Grenada.Obwohl man die „Handschrift“ des neuen Trainers bald spürte und eine lang anhaltende Niederlagenserie stoppen konnte, war der Abstieg aus dem Oberhaus jedoch nicht mehr zu verhindern. Nachdem die beiden entscheidenden Spiele gegen Braunschweig in der Abstiegsrunde verloren wurden, musste Steiner Bayreuth den Weg in die Zweite Liga antreten.
In der Saison 1992/93 wurde die wieder erstarkte Mannschaft mit nur 4 Niederlagen in 32 Spielen und „weißer Heimspielweste“ souveräner Meister der 2. Bundesliga Süd und schaffte auf Anhieb den sofortigen Wiederaufstieg in die oberste Spielklasse. Im Pokalwettbewerb erreichte man das erstmals in Bayreuth ausgetragene Final Four-Turnier, wo man im Halbfinale nach großem Kampf gegen Brandt Hagen unterlag.
1993/94 wurde der Neuaufbau mit jungen, damals unbekannten Spielern, wie z. B. Tim Nees, fortgesetzt. Das Team um den amerikanischen Spielmacher Derrick Taylor erreichte erstmals wieder die Play-off-Runde um die Deutsche Meisterschaft. Allerdings kam das Aus bereits im Viertelfinale, als man nach tollem Kampf nur knapp gegen Hagen ausschied. Im Pokal gab es bereits im Achtelfinale ein schmerzliches Debakel gegen Bamberg.
In einem Pflichtspiel gegen Trier musste der insgesamt zwei Jahre als Co-Trainer tätige Jeff Allen für Tom Schneeman einspringen, da dieser aus persönlichen Gründen in die USA reisen musste und verhindert war. Trotz des sportlichen Erfolgs und seiner fachlichen Kompetenz und Erfahrung, mit der Tom Schneeman den Bayreuther Basketball wieder zu Kontinuität geführt hatte, trennte Steiner Bayreuth sich am Ende der Saison von seinem Trainer. Ausschlaggebend für diesen Schritt waren diesmal nicht nur die schon bekannten Unstimmigkeiten mit den Schiedsrichtern und dem DBB, sondern vor allem verbale Entgleisungen gegenüber Vertretern des Sportamtes der Stadt Bayreuth.
Wieder Habegger und Co.
Als Nachfolger für die Saison 1994/95 wurden Les Habegger als sportlicher Direktor und Aaron McCarthy als neuer Headcoach verpflichtet.McCarthy konnte schon beachtliche Referenzen vorweisen, obwohl er nur über wenige Jahre Erfahrung als Chefcoach verfügte. Sechs Jahre lang betreute er die belgische Mannschaft von Babcot Gent, mit welcher er sich fünfmal für den Korac-Cup qualifizieren konnte und die er 1992 zum Pokalsieg führte. Vorher leitete er bereits Basketball-Camps und Turniere an der University of Utah.
Obwohl der neue Trainer zu Saisonbeginn und in der heißen Phase der Play-offs vom „alten Fuchs“ Habegger unterstützt wurde, konnte die Mannschaft nicht an die Erfolgsbilanzen des Vorjahres anknüpfen. Eine nicht unwesentliche Rolle dabei spielte sicherlich auch das Verletzungspech von Führungsspieler Derrick Taylor.
McCarthy versuchte aus den gegebenen Möglichkeiten das Optimale herauszuholen, dennoch musste das Team nach anfänglich gutem Start ab Mitte der Saison viele Negativerlebnisse in knappen Spielen hinnehmen. Am Ende der Saison scheiterte man erneut im Viertelfinale der Play-Offs, diesmal gegen Alba Berlin. Und im Pokal verabschiedete man sich schon frühzeitig nach einer Heimpleite gegen Ludwigsburg. Aus sportlicher Sicht wurde Coach McCarthy zwar eine gute und solide Trainingsarbeit bescheinigt, allerdings wurden die Erwartungen an den Trainer wohl nicht in allen Punkten erfüllt. Am Ende der Saison trennte man sich nach nur einem Jahr Zusammenarbeit und begab sich wieder auf die Suche nach einem Trainer mit noch mehr Kompetenz und Erfahrung. Aaron McCarthy wechselte nach seiner Bayreuther Zeit zu Topo Helsinki.
Zu Beginn der Saison 1995/96 kehrte zur großen Überraschung der Fangemeinde Les Habegger auf den Trainerstuhl zurück. Die neue reizvolle Herausforderung, mit dem Konzept der „next generation“ noch einmal deutscher Meister zu werden, hatte den mittlerweile schon 71jährigen Meistermacher nach Bayreuth zurückgeführt. An seiner Seite wirkte als Co-Trainer Calvin Oldham, der gerade seine Karriere als Spieler beendet hatte. Zum Trainergespann zählte außerdem Karl-Heinz Graf, der in den Jahren zuvor bereits mehrfach als Assistenz- und Interimstrainer in Erscheinung getreten war und zwischenzeitlich die BG Weiden von der Oberliga in die 2. Bundesliga geführt hatte.
Große Zielsetzung der Saison war, durch eine rasche Einbürgerung Derrick Taylors auf der zweiten Ausländerposition einen weiteren starker Amerikaner verpflichten zu können und so die Mannschaft wesentlich zu verstärken. Man wollte gegen die Konkurrenz aus Leverkusen, Berlin und Bamberg bei der Vergabe des Titels wieder ein Wörtchen mitreden. Auch mit der Teilnahme am Korac-Cup hoffte man auf einen sportlichen und finanziellen Erfolg.
Doch die Einbürgerung des Spielmachers scheiterte zunächst und ein nicht wunschgemäßer sportlicher Saisonverlauf mit Niederlagen gegen die erwähnten Mitkonkurrenten führte bald zu einer ersten Ernüchterung. Schon nach der Blamage im Pokal-Achtelfinale gegen Trier drohte Habegger mit Rücktritt.
Da die Mannschaft den optimistischen Saisonerwartungen nicht gerecht werden konnte und deutliche Einnahmeverluste drohten, ging Steiner Bayreuth auf Sparkurs. Zunächst wurden zwei Spieler (Zeddie Locke und Jürgen Dölle) freigestellt, danach wurde auch schweren Herzens der Vertrag mit Chefcoach Habegger einvernehmlich gekündigt, welcher in die USA zurückkehrte.
Co-Trainer Calvin Oldham hatte sich vertraglich eine Option auf den Chefsessel zusichern lassen für den Fall, dass Habegger ausfallen würde. So übernahm er die verbliebene Mannschaft im Dezember 1995 und startete mit neuem Kampfgeist in den Rest der laufenden Saison.
Oldham führte das dezimierte Steiner-Team aus dem unteren Mittelfeld auf einen sagenhaften dritten Platz in der Endabrechnung. Mit 12 Siegen bei 15 Spielen in der Hauptrunde und dem legendären Schlagabtausch mit Brandt Hagen im Viertelfinale der Play-Offs wurde nach sieben spannenden Spielen das Halbfinale gegen Alba Berlin erreicht. Dort unterlag man allerdings den Norddeutschen nach vier Spielen, von denen nur eines gewonnen werden konnte.
Doch mit dem seit fünf Jahren besten Abschneiden einer Bayreuther Erstbundesliga-Mannschaft wurde Calvin Oldham bereits in seiner ersten Saison als Headcoach zum „Vater des Erfolgs“.
Ausgehend von einem von Les Habegger übernommenen Grundsystem hatte der oft auch aus dem Blickwinkel eines erfahrenen Spielers agierende Oldham zunehmend eigene Ideen im taktischen Bereich und der Spielvariation umgesetzt.
In der Saison 1996/97 verhinderte das Bosman-Urteil, dass Calvin seine eingespielte Truppe behalten konnte. Nach und nach wechselten wichtige Spieler ins europäische Ausland oder zu Ligakonkurrenten und konnten nicht adäquat ersetzt werden. Vor allem der schnelle Abschied von Derrick Taylor nach der lange erhofften und endlich erfolgten Einbürgerung als deutscher Spieler wirkte wie ein Schock.
Innerhalb nur weniger Monate sah sich Oldham gezwungen, neue Spieler zu integrieren und ein neues Team aufzubauen. Der Rest der verbliebenen Mannschaft und die eilends neu verpflichteten Spieler konnten jedoch das spielerische Niveau nicht halten und waren von einer Play-Off-Anwartschaft weit entfernt. Nach mehreren sportlichen Rückschlägen, darunter zehn Niederlagen in Folge in der Liga und dem Ausscheiden im Viertelfinale des DBB-Pokals gegen Bamberg, fand man sich im Tabellenkeller wieder. In der Qualifikationsrunde zur Basketball-Bundesliga konnte der Kampf um den Klassenerhalt jedoch erfolgreich gestaltet werden.
Unter dem neuen Namen „Basket Bayreuth“, einem neuen Präsidium und einem kleineren Kader startete man in die Spielzeit 1997/98. Wieder musste Coach Oldham neue Spieler mit individuellen Fähigkeiten und einem unterschiedlichen Spielverständnis zu einem Team formen. Doch das von vielen für unmöglich Gehaltene gelang: Mit einem Mini-Etat und einer „Mannschaft der Namenlosen“ schlug man sich nach schwacher Anlaufzeit doch recht beachtlich und konnte sich letztendlich souverän den Klassenerhalt sichern.
Headcoach Oldham erhielt von allen Seiten große Anerkennung und von Leverkusen einen gut dotierten Vertrag: Im Juni 1998 beendete er seine erfolgreiche Arbeit in Bayreuth und wechselte als Nachfolger von Dirk Bauermann zum Ligakonkurrenten.
Ein Basketballdenkmal als Cheftrainer
Mit Beginn der Spielzeit 1998/99 kehrte Georg Kämpf erstmals als Trainer an seine alte Wirkungsstätte zurück. 12 Jahre lang spielte er in der 1. und 2. Bundesliga und gehörte mit über 6.000 erzielten Punkten zu den besten Korbschützen in der Geschichte der Basketball-Bundesliga.Dem Bayreuther Basketball ebnete er zusammen mit seinen Brüdern den Weg ganz nach oben. 1987/88 gewann er mit der BG Steiner Optik Bayreuth den DBB-Pokal und holte damit den ersten deutschen Titel für eine Bayreuther Mannschaft.
Nach seiner Karriere als Spieler feierte er auch fortan als Trainer Erfolge. Stationen waren unter anderem Ludwigsburg, Tübingen und Landshut. Mit Tübingen schaffte er den Aufstieg in die oberste deutsche Spielklasse. Als Bundestrainer beim DDB angestellt, erreichte die von ihm betreute Junioren-Nationalmannschaft die Qualifikation zur Europameisterschaft in Frankreich. Außerdem war Kämpf Co-Trainer der Herren-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Athen.
Vor seinem Engagement für Basket Bayreuth stand das Urgestein des Bayreuther Basketballs mit seinem Verein Stahlbau Oberwart im Endspiel um die österreichische Meisterschaft und wurde Vizemeister des Landes.
Seine erste Saison in Bayreuth war geprägt von finanziellen Engpässen des Vereins und dem damit verbundenen sportlichen Niedergang. Von 30 Pflichtspielen in der Liga wurden nur 4 gewonnen. Im Pokal erreichte man zumindest noch das Viertelfinale. 1999 musste Basket Bayreuth jedoch Konkurs anmelden und Kämpf und seine Mannen standen fast vor der Aufgabe.
Dem Abstieg in die Zweite Liga folgte 1999/2000 ein freiwilliger Neuanfang in der Regionalliga. Kämpf blieb und führte eine aus jungen, talentierten Spielern völlig neu zusammengestellte Mannschaft zum direkten Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga.
Das Konzept des neu gegründeten BBC Bayreuth war auf Kontinuität ausgerichtet, was sich auch in einer langfristigen Verpflichtung des Trainers widerspiegelte. Die verstärkte Nachwuchsförderung und eine erfolgreiche und attraktive Spielweise begannen langsam Früchte zu tragen. 2000/01 schon im sicheren Mittelfeld etabliert, wurde das Team um Zimmermann, Lake, Hänel und Schäfer in der Saison 2001/02 Vizemeister der 2. Bundesliga Süd.
Nach drei Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit wurde der insgesamt auf fünf Jahre angelegte Vertrag mit Georg Kämpf vorzeitig einvernehmlich gekündigt. Der Coach selber hatte wohl das Gefühl der Abnutzung und wollte einem „unverbrauchten“ Nachfolger Platzmachen, um noch mehr Potential aus der Mannschaft herausholen zu können. Die Entscheidung wurde uneigennützig im Sinne der Weiterentwicklung des Bayreuther Basketballs getroffen, der Abschied von „seiner Mannschaft“ dürfte dem Bayreuther Urgewächs dennoch nicht leicht gefallen sein.
Vom Jugendtrainer zum Headcoach
Als Nachfolger von Georg Kämpf, der nach St. Pölten in Österreich wechselte, wurde 2002/03 ein Weltreisender in Sachen Basketball verpflichtet: Der aus Vancouver stammende Kanadier Bruce Enns war bereits für Trainingscamps in China, Taiwan, Korea, Japan und auf den Philippinen tätig und auch schon einmal als Nationaltrainer von Syrien engagiert. In Irland und Österreich konnte er Erfahrungen als Vereinstrainer sammeln. 15 Jahre stand er in Diensten der University of British Columbia, an der unter anderem auch Dominic Zimmermann zwei Jahre lang zu seinen Schützlingen zählte.Nach zunächst hoffnungsvoll verlaufender Saison warf Bruce Enns nach einigen schmerzlichen Niederlagen im Februar 2003 das Handtuch und bot seinen Rücktritt an. Sein bisheriger Assistent Marco Amelow übernahm die Leitung des Trainings und betreute das Team in den restlichen 13 Spielen der Liga sowie beim reizvollen Vergleich im Achtelfinale des DBB-Pokals vor heimischer Kulisse gegen das Bundesligateam von Rhein-Energy Köln. Diese Begegnung bedeutete zwar das Aus in diesem Wettbewerb, in der Liga belegte die Mannschaft in der Endabrechnung aber immerhin noch Platz 5.
In der Spielzeit 2003/04 musste der BBC „kleinere Brötchen backen“ und versuchte in einer Kooperation mit Bamberg auf Doppellizenzspieler zurückzugreifen. Der Newcomer auf dem Trainerstuhl, der seit 1999 im Bereich der Nachwuchsarbeit in Bayreuth tätig war, setzte auf Teamgeist, eine aggressive Verteidigung, Kampfstärke und eine homogene, seit längerem zusammen spielende Mannschaft um die Akteure Zimmermann, Hänel, Schoch und Kneuse.
Jedoch standen dem Coach im Training nie alle Spieler (vor allem nicht jene des Kooperationspartners) zur Verfügung und die fehlende mannschaftliche Geschlossenheit machte sich auch auf dem Parkett bemerkbar. Mit 12 Siegen und 18 Niederlagen, davon sieben vor heimischem Publikum, wurde die Zweitligasaison lediglich mit einem enttäuschenden 9. Platz beendet. Im Pokal war man ohnehin schon in der 2. Runde gegen Freiburg ausgeschieden.
Mit einigen Verstärkungen, darunter zwei neuen Amerikanern, startete man 2004/05 ohne Team-Kooperationen neu durch. Mit 22 Siegen und nur 8 Niederlagen erreichte der neu erstarkte BBC einen hoch verdienten 3. Platz. Lediglich gegen Nürnberg konnte keine der Partien in Liga und Pokal gewonnen werden.
Mit einer Fehlbesetzung im Aufbau begann die Spielzeit 2005/06. Einige vermeidbare Niederlagen trübten den Saisonverlauf und warfen die Mannschaft in ihrer Entwicklung zurück. Ohne Chance blieb man gegen die Spitzenteams aus Jena, Chemnitz und Ulm. Mit 17 Siegen und 13 Niederlagen belegte man in der Endabrechnung einen 6. Tabellenplatz.
In der Saison 2006/07 verstärkte man sich mit zwei neuen US-Boys und sorgte in der Liga mit einer starken Truppe für Furore. Mit 22 Siegen und nur 8 Niederlagen qualifizierte sich das BBC-Team auf Anhieb für die neu geschaffene Pro A-Liga. Man klopfte bereits an das Tor zur Bundesliga an, doch vor allem die Niederlagen zum Saisonendspurt gegen Jena und Kaiserslautern zeigten, dass die Zeit für einen Aufstieg ins Oberhaus noch nicht reif war.
Nach weiteren Verstärkungen zu Beginn der Spielzeit 2007/08 wurde man in Fachkreisen bereits als Mitfavorit auf einen der beiden Aufstiegsplätze gehandelt. Verletzungssorgen im Centerbereich zwangen den Trainer zu immer neuen Experimenten. Nach 21 Spieltagen hatte das enttäuschend aufspielende Team erst acht Siege auf seinem Konto verbuchen können und war bedrohlich nahe an die Abstiegsränge herangekommen. Nach der Niederlage gegen Spitzenreiter Cuxhaven erklärte Marco Amelow seinen Rücktritt.
Der oft in seinen Entscheidungen kritisierte Coach hatte sich in nahezu sechs Spielzeiten immerwährend bemüht, im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten eine konkurrenzfähige und schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen. Verletzungspech, Fehleinkäufe und ein zeitweise herrschender Budget- und Einstellungsstop führten in den Saisonplanungen immer wieder zu Rückschlägen. Marco Amelow verfügte nicht über hochklassige Erfahrung als Spieler oder Trainer wie viele seiner Vorgänger, dennoch hat er sich in der langen Zeit seines Engagements unermüdlich für eine Förderung des Spitzenbasketballs in Bayreuth eingesetzt.
Als sein Nachfolger wurde im Februar 2008 der langjährige Leistungs- und Sympathieträger von Bayreuth, Derrick Taylor, als mittlerweile 23. Trainer der Bayreuther Bundesliga-Geschichte verpflichtet. Er hauchte der Mannschaft neuen Schwung ein und gewann so sechs der restlichen neun Spiele. Der BBC beendete die Saison im gesicherten Mittelfeld mit 28:32 Punkten auf Tabellenplatz 8.
Der frühere Assistent unter dem Bamberger Cheftrainer Dirk Bauermann und zwischenzeitliche Coach des TSV Breitengüßbach bleibt auch in der neuen Saison 2008/09 Headcoach des BBC Bayreuth und wird zusammen mit seinem Assistenten Tim Nees und einer völlig neu zusammengestellten Mannschaft das „Abenteuer Bundesliga“ in Angriff nehmen.
Geschichte wiederholt sich von Zeit zu Zeit. Erinnern wir uns: Mit einem ehemaligen Bamberger Spieler, der ein Jugendteam zur Meisterschaft führte, gelang 1976/77 der Aufstieg in die 1. Bundesliga. Ein unvergleichlicher Höhenflug des Bayreuther Basketballs begann, welcher im Double 1988/89 gipfelte.
Auch Derrick Taylor spielte für den oberfränkischen Nachbarn und wurde sogar noch als „Oldie“ mit Bamberg Deutscher Meister. Auch als Trainer der U14-Jugendmannschaft sorgte er bereits für Furore und konnte erste Erfolge vorweisen.
Die Voraussetzungen sind also gegeben für eine spannende und erfolgreiche neue Saison und eine hoffnungsvolle Zukunft des Bayreuther Basketballs. BBC Bayreuth – Let’s go!
Text: Dr. Peter-Michael Habermann








